Grammatik 
 

Übungen 

Kasus

Es gibt im Deutschen vier Kasus: Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv. Den Kasus zeigt in erster Linie das Artikelwort (bestimmter oder unbestimmter Artikel, aber auch ein Pronomen wie dieser), das vor dem Substantiv steht. Das Substantiv selbst bekommt Deklinationsendungen nur im Dativ Plural und im Genitiv.

Deklination der Substantive

Singular MASKULINUM NEUTRUM FEMININUM PLURAL
Nominativ

der Tisch
ein
Tisch

das Fenster
ein
Fenster

die  Tasche
eine
Tasche

die Tische
Tische

Akkusativ

den Tisch
einen
Tisch

das Fenster
ein
Fenster

die Tasche
eine
Tasche

die Tische
Tische

Dativ

dem Tisch
einem
Tisch

dem Fenster
einem
Fenster

der Tasche
einer
Tasche

den Tischen
Tische
n
Genitiv

des Tisches
eines
Tisches

des Fensters
eines
Fensters

der Tasche
einer
Tasche

der Tische
 −

Die volle Form -es steht bei Substantiven auf -s, , -x, -sch, -z (z.B. das Haus, des Hauses) und bei vielen einsilbigen Substantiven (z. B. der Mann, des Mannes).

Die schwachen Maskulina haben in allen Kasus (nur nicht im Nominativ) die Endung -(e)n, z.B.: der Kollege, den Kollegen, dem Kollegen, des Kollegen, Plural die Kollegen; der Student, den Studenten, dem Studenten, des Studenten, Plural: die Studenten.

Zum Gebrauch der Kasus

Nominativ

Der Nominativ antwortet auf die Fragen wer? oder was?

1.  
Das Subjekt des Satzes steht im Nominativ.

Mein Bruder kommt morgen.
Der Student hat ein neues Auto.
Der Film wurde in Russland gedreht.

2.  
Das Prädikativ steht im Nominativ. Es steht mit den Verben sein, werden und bleiben und sagt etwas über das Subjekt des Satzes.

Sven ist mein bester Freund.
Er wird Archäologe.

3.
Den Nominativ benutzt man auch in der Anrede.

Meine Damen und Herren!
Lieber Peter, ...

Akkusativ

1.
Bei vielen Verben steht das Objekt des Tuns im Akkusativ.

Ich schreibe einen Brief.

2.
Bei Zeitangaben steht der Akkusativ bei Antworten auf die Fragen wie lange? wie oft? und wann? 

Wir bleiben einen Monat in Finnland.
Sie kommt jeden Tag.
Nächsten Monat fahre ich nach Wien.
Dieses Jahr rechnen wir mit einem Verlust.
Letzte Woche war ich in Berlin.


4.

Grüße und Wünsche stehen im Akkusativ.

Guten Tag!
Herzlichen Glückwunsch!
Alles Gute!
Schönes Wochenende!

 

5.
Die Präpositionen durch, für, gegen, ohne, um stehen immer mit dem Akkusativ. Die folgenden Präpositionen stehen nur dann mit dem Akkusativ, wenn sie auf die Frage wohin? antworten: an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen.

Wie viel hast du für den Wagen bezahlt?
Ich habe das Buch auf den Tisch gelegt.
Warum hast du es nicht in die Bibliothek gebracht?

 


Dativ

1.
Der Dativ antwortet als Dativobjekt auf die Frage wem?

Ich habe meinem Freund das Buch gegeben.
Warum hast du deiner Freundin nichts gesagt?
Wir müssen den Freunden helfen.
Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe.


2.
Die Präpositionen aus, bei, mit, nach, seit, von, zu stehen immer mit dem Dativ. Die folgenden Präpositionen stehen nur dann mit dem Dativ, wenn sie auf die Frage wo? oder wann? antworten: an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen.

Ich habe mit meiner Mutter gesprochen.
Das Buch liegt auf dem Tisch.
Am Mittwoch fahre ich nach Köln.

 


Genitiv

1.
Der Genitiv bezeichnet als Attribut den Besitzer, ein Zusammengehören oder einen Teil vom Ganzen. Als Attribut steht der Genitiv nach dem Wort, zu dem er gehört.

Das Haus meiner Eltern wurde verkauft.
Die Qualität des Produkts ist schlecht.
50 Prozent der Exporte gehen in die EU.

In der Umgangssprache benutzt man lieber die Präposition von als den Genitiv.

Das Haus meiner Eltern wurde verkauft. Das Haus von meinen Eltern wurde verkauft.

 


2.
Der Genitiv von Eigennamen wird immer mit –s gebildet. Hier steht der Genitiv immer vor dem Wort, zu dem er gehört.

 

Paulas Schwester ist krank.

 

3.

Präpositionen wie während, wegen und trotz stehen mit dem Genitiv.

 

Während des Krieges wohnte er in Schweden.
Wegen einer Erkältung musste sie zu Hause bleiben.
Trotz seines Versprechens ist er nicht gekommen.

In der Umgangssprache benutzt man diese Präpositionen lieber mit dem Dativ:

Wegen des Regens konnte ich nicht kommen. Wegen dem Regen konnte ich nicht kommen